Business Central Online: Die wichtigsten Limits, die Sie kennen sollten
Business Central Online läuft vollständig in der Microsoft Cloud. Damit alle Kunden eine stabile und leistungsfähige Umgebung erhalten, setzt Microsoft verschiedene technische Grenzen - sogenannte Operational Limits.
Diese betreffen unter anderem:
- API-Integrationen
- OData- und SOAP-Schnittstellen
- Berichte
- Hintergrundprozesse
- Datenimporte
- Datenbankgrößen
Die meisten Unternehmen werden diese Limits im Alltag niemals erreichen. Entwickeln Sie jedoch individuelle Erweiterungen, binden externe Systeme an oder automatisieren Geschäftsprozesse, sollten Sie diese Grenzen kennen.
In diesem Beitrag stellen wir die wichtigsten Limits vor. Die vollständige Liste finden Sie in der offiziellen Microsoft-Dokumentation.
API- und OData-Limits
Für die meisten Entwickler und Integratoren sind dies die wichtigsten Grenzwerte. Werden diese überschritten, antwortet Business Central unter anderem mit HTTP 429 (Too Many Requests) oder verzögert die Verarbeitung der Anfragen.
| Limit | Wert |
|---|---|
| Gleichzeitige Requests pro Benutzer | 5 |
| Maximale Verbindungen | 100 |
| Warteschlange | 95 |
| Requests innerhalb von 5 Minuten | 6.000 |
| Timeout einer Anfrage | 8 Minuten |
Praxisbeispiel
Ein Webshop überträgt mehrere tausend Bestellungen nach Business Central.
Wer sämtliche Anfragen über denselben Benutzer oder Service Principal sendet, kann relativ schnell die zulässigen Grenzwerte erreichen. Die Folge sind verzögerte Synchronisationen oder HTTP-Fehler.
Empfehlung
- Implementieren Sie einen Retry-Mechanismus mit Wartezeit.
- Verteilen Sie Last möglichst auf mehrere Benutzer oder Service Principals.
- Nutzen Sie bevorzugt die Business Central APIs statt SOAP, da SOAP langfristig abgelöst werden soll.
Datenbankgröße
Auch die Datenbankgröße eines Business Central Online-Systems ist begrenzt.
| Limit | Wert |
|---|---|
| Maximale Datenbankgröße | 3 TB |
Für die meisten Unternehmen ist diese Grenze mehr als ausreichend.
Relevant wird sie beispielsweise bei:
- vielen Jahren an Historie
- umfangreichen Dokumentenarchiven
- großen BLOB-Feldern
- zahlreichen Dateianhängen
Berichte
Gerade umfangreiche Berichte können an technische Grenzen stoßen.
| Limit | Standard | Maximum |
|---|---|---|
| Ausführungszeit | 6 Stunden | 12 Stunden |
| Datensätze | 500.000 | 10.000.000 |
| Word-Dokumente | 200 | 500 |
Wer große Sammelrechnungen, Serienbriefe oder umfangreiche Auswertungen erstellt, sollte diese Werte im Hinterkopf behalten.
Datei-Uploads
Auch beim Hochladen von Dateien gelten feste Grenzen.
| Limit | Wert |
|---|---|
| Maximale Dateigröße | 350 MB |
| Upload-Timeout | 65 Sekunden |
Diese Limits spielen beispielsweise beim Import von Excel-Dateien oder beim Speichern großer Dokumente eine Rolle.
Hintergrundprozesse (Background Sessions)
Business Central verarbeitet Hintergrundprozesse nicht unbegrenzt parallel.
Die wichtigsten Limits sind:
| Limit | Wert |
|---|---|
| Gleichzeitige Background Sessions | 10 |
| Wartende Sessions | 100 |
| Maximale Wartezeit | 8 Stunden |
Wer viele Job Queues oder Hintergrundverarbeitungen einsetzt, sollte diese Grenzen kennen, um Engpässe zu vermeiden.
Unternehmen pro Environment
Auch die Anzahl der Mandanten innerhalb einer Umgebung ist begrenzt.
| Limit | Wert |
|---|---|
| Companies pro Environment | 300 |
Für die meisten Unternehmen ist dieses Limit unkritisch. Es kann jedoch bei Hosting- oder Testumgebungen mit vielen Mandanten relevant werden.
Queries
Auch Query-Objekte besitzen feste Grenzwerte.
| Limit | Wert |
|---|---|
| Maximale Laufzeit | 30 Minuten |
| Maximale Datensätze | 1.000.000 |
Gerade bei selbst entwickelten Auswertungen lohnt es sich daher, Abfragen möglichst effizient zu gestalten.
SQL- und Such-Timeouts
Obwohl Microsoft den SQL Server vollständig verwaltet, existieren verschiedene Zeitlimits.
| Limit | Wert |
|---|---|
| Suchvorgänge in Listen | 10 Sekunden |
| SQL Command Timeout | 30 Minuten |
| Warnung für langsame SQL-Abfragen | 750 ms |
Werden Listen oder Prozesse spürbar langsam, liegt die Ursache häufig nicht bei Business Central selbst, sondern an fehlenden Schlüsseln oder ineffizienten Erweiterungen.
Weitere Limits
Microsoft definiert darüber hinaus zahlreiche weitere Grenzwerte, beispielsweise für:
- Excel-Exporte
- SOAP-Schnittstellen
- Child Sessions
- Streams
- Rekursionen
- Client-Verbindungen
- Webhooks
- Telemetrie
Da diese regelmäßig erweitert oder angepasst werden, empfiehlt sich ein Blick in die aktuelle Microsoft-Dokumentation.
Fazit
Die meisten Unternehmen werden diese Grenzwerte im normalen Tagesgeschäft nie erreichen. Bei umfangreichen Integrationen, individuellen Erweiterungen oder großen Datenmengen können sie jedoch schnell zum entscheidenden Faktor werden.
Insbesondere Entwickler und Administratoren sollten daher die Grenzen für APIs, Berichte, Hintergrundprozesse und Datenbankgrößen kennen. Wer diese berücksichtigt, vermeidet Timeouts, Throttling und unnötige Performanceprobleme bereits bei der Planung seiner Lösung.
Quelle: Microsoft Learn - Operational Limits for Business Central Online